Fantasy - in Arbeit ...

KryptoPhan

Unsichtbar sein. Haben wir alle uns das nicht wenigstens einmal gewünscht? Sei es, um einer misslichen Lage zu entgehen oder heimlich einem Gespräch lauschen zu können, unerkannt und unbemerkt ...

In meinem neuen Roman nehme ich mir dies zum Thema. Doch was, wenn ich unsichtbar bleibe, wenn mich niemand sieht, egal was ich anstelle? Was muss ich tun, um wieder sichtbar für andere zu werden? Das war meine ursprüngliche Idee. Verpackt in einem Fantasy Roman ergeben sich damit ganz neue Möglichkeiten.

Den Klappentext und eine Rohfassung der Leseprobe gibt es schon jetzt zu lesen.

Klappentext

Kyra, ein Mädchen ohne Vergangenheit, lebt am Hofe des machthungrigen Königs Gordian. An den schrecklichen Brand, der ihre gesamte Familie auslöscht und die Zeit davor fehlt ihr jegliche Erinnerung. Als Kryptologin verschlüsselt und dechiffriert sie geheime Botschaften für den Monarchen. Trotz seiner gefährlichen Launen genießt sie dessen Vertrauen, ist sie doch die Einzige, die die dreizehn Sprachen des Reiches beherrscht und es meisterlich versteht, kryptische Botschaften zu entschlüsseln. Nie stellt sie die Forderungen ihres Herrschers und Mentors infrage, der sie nach dem schrecklichen Unglück als sein Mündel annimmt.
Als sie jedoch die Mitteilung eines verschlüsselten Hilferufs abfängt, in der ein Unbekannter schreibt, unsichtbar zu werden, ist nicht nur ihr Interesse geweckt. Auch der Magier Varjo, die rechte Hand des Königs verlangt zu wissen, wer der Verfasser dieser Nachricht ist. Kyra, fasziniert von dem Namenlosen, verstrickt sich immer tiefer in dessen Geschichte, nicht ahnend wie eng seine und ihre miteinander verbunden sind. Je mehr sie dem Fremden auf die Spur kommt, desto größer läuft sie Gefahr, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

Leseprobe

1. Teil - 7 Jahre zuvor

Varjo betrachtete ungerührt die lodernden Flammen, die sich östlich der Stadt durch das Viertel fraßen, welches die Färber und Gerber bewohnten. Eine stinkende Kloake, die einem die Galle nach oben brachte, selbst wenn man sich ein Tuch vor die Nase hielt.

Vom Fenster seines Turmzimmers aus hatte er einen ausgezeichneten Rundumblick auf das in der Ferne liegende Geschehen. Das Gewimmel der Menschen, die in wilder Hast der Feuersbrunst zu entkommen versuchten.

Mit einem zufriedenen Lächeln löste er sich von dem beeindruckenden Schauspiel und verließ den Raum. Kaum merklich wischte er dabei mit der Hand über den abgegriffenen Türknauf, um ihn mit einem Zauber zu verschließen.

Varjo liebte diesen Teil der Burg. Alt, abgelegen und erfrischend kühl in den Sommermonaten. Im Winter hingegen mied er den Raum, da ein offenes Feuer im Kamin zu gefährlich für seine alchemistischen Experimente war. Hier war er ungestört. Doch jetzt suchte er einen Gesprächspartner – einen besonderen.

Sein Weg führte über eine steinerne Wendeltreppe hinab zu den königlichen Gärten, wo sich die Volieren der Falknerei befanden. Neben zahlreichen Falken, Eulen und gar einem Steinadler, galt sein spezielles Interesse einem Silberfalken, der ihm mehr oder weniger freiwillig zuflog. Der Vogel war etwas Besonderes und das nicht nur wegen seines seltenen Gefieders. Ihm konnte er alles anvertrauen in dem Wissen, dass er ihn verstand. Wirklich verstand.

Er sah sich verstohlen nach allen Seiten um, bis er sich allein wähnte. Erst dann trat er an den Verschlag heran.

„Ich habe gute Neuigkeiten für dich, mein Freund.“

Der Falke sah ihn aus braunen Augen mit orangegelber Umrandung an, die seinen Bewegungen aufmerksam folgten.

„Bald werden wir Unterstützung bei der Lösung deines Rätsels bekommen. Eine Vollwaise, deren Familie auf tragische Weise bei einem Brand ums Leben kam.“ Er seufzte übertrieben auf. „Das Schicksal wollte es, dass ich rechtzeitig von ihrer unglücklichen Lage erfuhr, um ihr junges Leben zu retten.“

Der Silberfalke breitete seine langen, spitzen Flügel aus, die eine Spannweite von gut 80 Zentimeter maßen. Elegant landete er auf einem Ast, so dass er sich auf Augenhöhe mit Varjo befand.

„Ah, habe ich dein Interesse geweckt, Arkan?“ Ein befriedigtes Lächeln zeigte sich auf seinen Zügen. „Sie versteht sich im Übrigen darauf, kryptische Botschaften zu entschlüsseln und spricht noch dazu dreizehn Sprachen nebst zahlreichen Dialekten. Nur …“ Er legte eine wirkungsvolle Pause ein. „Sie ist noch ein halbes Kind. Wir beide wissen, wie verletzlich Kinderseelen sind, nicht wahr?“

Arkan stieß einen gutturalen Schrei aus und flog angriffslustig gegen die Gitterstäbe. Die leuchtend gelben Zehen mit den messerscharfen Krallen daran umfassten diese wie Beute.

„Kein Grund sich aufzuregen. Im Gegenteil. Du solltest mir dankbar sein, mein Freund, dass ich sie für uns gefunden habe – dass ich sie für unseren König ausfindig gemacht habe. Ich bin sicher, er wird ihre Dienste ebenso zu schätzen wissen. Da schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.“

Er trat von dem Käfig zurück, entnahm der gegenüberliegenden Voliere ein quirliges Hühnerküken und hielt es in der Hand. Der Kopf des Falken wandte sich der Beute zu.

„Hab noch ein wenig Geduld, mein Freund.“ Der Magier spürte das pulsierende kleine Herz des Kükens in seiner Hand, betrachtete die frechen Schnabelattacken mit einem amüsierten Lächeln, bevor er es wieder in den Käfig zurück entließ.

„Stell dir nur vor, welche Möglichkeiten sich uns mit diesem Kind eröffnen ..."