Fantasy - in Arbeit ...

KryptoPhan

Unsichtbar sein. Haben wir alle uns das nicht wenigstens einmal gewünscht? Sei es, um einer misslichen Lage zu entgehen oder heimlich einem Gespräch lauschen zu können, unerkannt und unbemerkt ...

In meinem neuen Roman nehme ich mir dies zum Thema. Doch was, wenn ich unsichtbar bleibe, wenn mich niemand sieht, egal was ich anstelle? Was muss ich tun, um wieder sichtbar für andere zu werden? Das war meine ursprüngliche Idee. Verpackt in einem Fantasy Roman ergeben sich damit ganz neue Möglichkeiten.

Den Klappentext und eine Rohfassung der Leseprobe gibt es schon jetzt zu lesen.

Klappentext

Der verschlüsselte Hilferuf eines Unbekannten fasziniert und ängstigt Kyra, Kryptologin und Mündel des Königs, gleichermaßen. Wer ist der geheimnisvolle Fremde, der ohne ihre Hilfe auf ewig unsichtbar bleiben wird?

Doch auch Varjo, zwielichtiger Magier und Berater des Königs, ist an Kyras kryptologische Fähigkeiten interessiert. Sie soll für ihn ein geheimes Artefakt entschlüsseln – und dafür muss der Unsichtbare verschwinden. Für immer ...

Leseprobe

Prolog

Lijans Fingerspitzen begannen zu kribbeln. Ein untrügliches Anzeichen dafür, dass es bald wieder geschah.

Er wusste, dass sie den Irrgarten häufig aufsuchte. Vermutlich fand sie darin Zerstreuung. Die würde er ihr garantiert bieten können, wenn sie ihn erst angehört hätte. Doch was, wenn sie heute von ihrer Gewohnheit abwich? Allein schon bei dem Gedanken daran trat ihm kalter Schweiß auf die Stirn.

Er musste mit ihr reden, sie um Hilfe bitten. Ihm lief die Zeit davon. Mit jedem Mal dauerte es länger, bis er seine Konturen zurückgewann, wurden die Schmerzen unerträglicher, in seinen Körper zurückzufinden. Wie eine Hülle, die mit der Zeit zu eng wurde. Es geriet völlig außer Kontrolle.

Als er Schritte vernahm, wuchs seine Anspannung. Mit klopfendem Herzen machte er ihre zierliche Gestalt zwischen den Blättern der sorgsam gestutzten Hainbuche aus. Sie war allein. Ihm fiel ein Stein vom Herzen. Galant trat er aus einem der zahlreichen Wege hervor, die ins Nirgendwo hineinzuführen schienen.

„Verzeiht. Könntet Ihr mir ...“

Ein verhaltener Schrei entfuhr ihr. Erschrocken hielt sie sich beide Hände vor den Mund und wich vor ihm zurück.

„Wer seid Ihr und was habt Ihr hier zu suchen?“

„Ich benötige Eure Hilfe.“ Er trat einen Schritt auf sie zu und sah sie eindringlich an. Seine Fingerspitzen waren bereits nicht mehr erkennbar. Hastig verschränkte er die Hände hinter dem Rücken, damit sie es nicht bemerkte.

„Es ist mir ein wenig unangenehm, aber ...“

„Ihr habt Euch verirrt?“, fiel sie ihm ins Wort und sah ihn mit einem Mal belustigt an.

„Nein. Ich meine, ich finde allein keinen Ausweg, daher müsst Ihr mir ...“

„Schon gut, schon gut. Ich kenne diesen Irrgarten wie meine Westentasche. Folgt mir. Ihr seid nur wenige Schritte vom Ausgang entfernt.“ Kopfschüttelnd eilte sie voran.

Er wollte sie zurückhalten, doch seine Arme waren längst bis zu den Ellbogen unsichtbar.

Zielsicher bog sie in einen Gang rechts hinein, Schritt  weiter geradeaus und schlug dann urplötzlich einen Haken nach links, bevor sie ihn ins Freie führte. Mit einem selbstbewussten Lächeln drehte sie sich wieder zu ihm um.

„Da wären wir.“

„Ich – danke Euch“, stieß er hektisch hervor und flüchtete mit ausladenden Schritten ins Dickicht hinein. Er wagte nicht, sich umzudrehen, bis die Schatten des Waldes ihn in sich aufnahmen, wie Nebel, der verging.

Er hatte es völlig falsch angefangen ...